04 Jul 2019 664
Sandra Nobre Short Stories
#erfahrungen #tipps

Ein Tag im PortoBay Falésia

„Oh, oh, ich komme zu spät ..." Genau wie das weiße Kaninchen in Alice im Wunderland sind wir immer zu spät dran für ein paar erholsame Tage. Die Algarve ist ein Evergreen unter den Urlaubszielen. Wer kommt, spürt die Gezeiten und den Wind. Und jede Minute zählt ...

18h00 Happy Hour

In dem Werk von Lewis Carroll ist die Zeit für den Weiße Kaninchen, einem Fluch gleich, um sechs Uhr nachmittags stehengeblieben, was ihn wütend macht, wegen all den Dingen, die er noch zu erledigen hat. Aber im Urlaub kann sechs Uhr nachmittags ein Segen sein, denn es ist die Zeit, zu der sich der Himmel rosa, orange und rot färbt und sich die Wärme des nächsten Tages ankündigt. Die feuerrote Sonne brennt nicht mehr vom Himmel. Die Möwen kommen an den Strand, ohne Sturm anzukündigen und in den vom Wind geformten Felsen der Klippen, die riesigen Sandburgen gleichen, Schutz zu suchen. Und unstetig wie der Wind geben auch sie nur Hinweise. Die Füße im Sand, mit langsamem oder schnellem Schritt und einer App, die jeden dieser Schritte zählt; ohne Lust, Neues zu entdecken, und dem Wunsch, sich stundenlang auf dem Badetuch zu räkeln. Um diese Zeit bietet ein Bad im Meer das Gefühl von Freiheit. Und selbst wer schon in der Búzios Bar angekommen ist und auf die Nacht wartet, kann das Rauschen des Meeres hören, indem man sich eine Muschel aus einem Souvenirladen ans Ohr hält, während man den „sunset" in einem Glas mit Rosé-Wein oder Morangoska erlebt. Und wenn man etwas länger braucht, gibt es um sechs ja auch einen Tequila Sunrise. Glückliche Stunden!

20h30 Show/cooking

Im Restaurant Falésia sitzen vor allem ausländische Paare an den Tischen. Aufgrund ihres Teints, der roten Garnelen gleicht, müssen Sie schon seit Tagen auf Entdeckungstour an der Algarve sein, die hier mehr als 50 verschiedene regionale Weine, den Geschmack des Mittelmeers, die örtlichen Delikatessen – ein Carpaccio aus Thunfisch-Muxama, einen Thunfisch-Salat oder einen Xerém mit Muscheln und Grieben – sowie die Sprüche der Volksheiligen bietet: „Im Ofen macht man nicht nur Kringel" und schon kommt ein Meerbrassen-Filet für Tisch vier; oder „je größer der Fisch je besser der Geschmack" und schon weckt ein gebratener Thunfisch oder ein Filetduo mit Dorade und Seebarsch an Olivenöl den Appetit; oder „Fleisch macht die gute Küche" mit einem Landhähnchen à la Cerejado an Toskana-Reis.  Man kennt ein Land nur, wenn man es von allen Seiten aus betrachtet, und in diesem Fall muss man buchstäblich „die Rosinen der Algarve weitergeben", denn „die verbotene Frucht ist die schmackhafteste" und wie soll man sich ruhigen Gewissens für einen Millefeuille von Süßkartoffeln, einen Johannisbrot- oder Orangenkuchen entscheiden, wenn man nicht gegen die gerade begonnene Diät verstoßen will? Die Lösung ist immer, die guten Absichten auf den nächsten Tag zu verschieben.

Zur selben Zeit steht im Restaurant Madeira das Show Cooking als Highlight auf der Speisekarte, bei dem André Sarbib, heute solo, dem Essen besonderen Glanz verleiht. Er kennt die Hotels der PortoBay Gruppe seit langem und pendelt immer wieder zwischen diesen hin und her. Im Gepäck hat er sein eigenes Repertoire, aber auch Stücke von Ivan Lins (den er bei seinen Auftritten in Portugal am Klavier begleitet). Manchmal fordert er die Gäste an den Tischen zum Mitsingen auf. Und auch wenn es nicht immer mit dem Chor für „Oh, Madalena, Madalena, Madalena ..." klappt, so ist ihm doch der Applaus am Ende sicher. 

22h00 Playlist

Ein Spiel aus bunten Lichtern, eine Diskokugel und ein Tänzchen. Die Band spielt alte Hits und in der Mitte des Saals sorgen die Cocktails für schwungvolle Bewegungen bei den Paaren. Bei denjenigen, die sich an den Medronho-Schnaps gewagt haben, spürt man das Feuer förmlich. Die Show wechselt jede Nacht. Vom Balkon der Suite aus sind noch andere Lichter am Horizont zu sehen: Die Lichter der Stadt, von der man sagt, dass sie nicht schläft. Und auch das Meer, dessen leises Rauschen zu hören ist, schläft nicht, und bietet das perfekte Wiegenlied.

10h00 Tagesmenü

Die Morgendämmerung blinzelt schon durch die Vorhänge des Zimmers. Im Fernsehen kommen die ersten Bilder aus aller Welt und gibt es etwas Schöneres, als unbeweglich und ohne Eile dem Programm zu folgen? Ein „Menü" voller Aktivitäten zeigt, was man alles machen kann. Das Spa scheint das perfekte Angebot, um den Körper auf den Urlaubsrhythmus einzustellen. Aber zuvor wird noch der Körper am Frühstücksbüfett im Restaurant Madeira gestärkt. Der Abschnitt mit den gesunden Optionen findet trotz seines großen Angebots nur wenig Fans. Die Stammgäste erkennt man am vertrauten Umgang mit dem Personal, wenn sie zusammen Erinnerungen an frühere Urlaubstage Revue passieren lassen. Und plötzlich kommt einem die spanische Serie „Verano azul" in den Sinn ...

11h00 Meer der Ruhe

Ein Sprung ins Blu Spa. Auf dem Schirm ist das Bild von Jacques Costeau zu sehen, der Ozeanograph, der uns den Blick auf das Meer geöffnet und uns gezeigt hat, wie wichtig der Erhalt der Ozeane ist. Der französische Entdecker sagte einmal in einem Interview: „Beim Tauchen fühlt man sich wie ein Engel. Das Gewicht fällt von einem ab." Und uns trennen sicher nicht 20.000 Meilen von dem Behandlungsraum mit den Namen weiterer berühmter Meeresforscher wie Jacques Piccard oder Sylvia Earle. Und jetzt tief einatmen, denn die Reise beginnt. In den nächsten 55 Minuten geben wir uns den Eindrücken einer von Thailand inspirierten Blu-Holistic-Massage mit Bolus de Mer und Lavendel hin. Bei den mit Präzision ausgeführten Druck- und Streckbewegungen verschwinden die Verspannungen eine nach der anderen. Der Himmel voller Lichter über der Liege verändert seine Farbe und wir ziehen uns mit unseren Gedanken wie in eine Muschel zurück und tauchen ein in unser Inneres, auf einer wahren Expedition in die Welt der Stille. 

13h00 Snacken

Zurück an der Oberfläche, immer noch eingehüllt in diese Atmosphäre eines Kokons, die uns in Einklang mit dem Universum bringt, vergnügen wir uns mit einem Snack und einem frisch gepressten Orangensaft am Pool – wenn einem das Leben schon Orangen an der Algarve bietet ... – während man nach Ideen für den Rest des Nachmittags sucht.

14h30 Schachmatt

Die Entscheidung über die nächsten Schritte fällt wie bei einem großen Schachspiel, das uns an andere Geschichten erinnert. Strand oder Pool, das ist hier die Frage? Es ist besser, die heißen Stunden auszusetzen, denn es gibt keine Sonnencreme und keinen Hut, der uns bis 16 Uhr schützt. Das Beste ist, die Umgebung zu erkunden. Das Archäologische Museum von Cerro da Vila in Vilamoura präsentiert die verschiedenen Kulturen – Römer, Westgoten und Araber –, die im Laufe der Zeit in der Region lebten. In der Villa, die in Bereich des alten Hafens errichtet wurde, kann man öffentliche Bäder (Thermen), die Tanks zum Einsalzen der Fische einer ehemaligen Fabrik sowie Grabmäler erkennen. Ein paar Kilometer landeinwärts, in Loulé, ist das Projecto Tasa ein lohnender Abstecher für alle Liebhaber des Kunsthandwerks, das eine Kombination aus lokaler Kultur, Tradition und Design bietet. Hier finden sich schöne Möbel, Mode- und Dekoartikel sowie Gebrauchsgegenstände, die alten Materialien, Techniken und Kenntnissen eine moderne Ausdrucksform verleihen. Stellen Sie sich ein Bambusröhrchen vor, in dem Sie Ihre Andenken, z. B. Gewürze, Blätter, Notizen und Nachrichten, ja sogar Sandkörner aufbewahren können ...  Gibt es ein besseres Tagebuch für diese Reise? An einem anderen Nachmittag bietet der Wasserpark Zoomarine eine Alternative. Denken Sie jetzt aber bloß nicht, das sein nur etwas für Kinder, denn wer will nicht mit Delfinen schwimmen ... Es gibt aber auch diejenigen, die Golf vorziehen, und in der Umgebung gibt es zahlreiche Angebote, auch wenn nicht alle gleich ein hole in one spielen.

16h30 „Oh, oh, ich komme zu spät ...“

Soll man über den direkten Zugang beim Tor zum Strand hinunter gehen und die verschiedenen Angebote am Meer nutzen oder lieber den Roman „Estuário" von Lídia Jorge lesen, dessen Ursprung an der Algarve liegt und zeigt, wie zerbrechlich das menschliche Leben ist? Der Strand Praia das Belharucas, der seinen Namen den hier in den Felsen nistenden Vögeln, den Bienenfressern, verdankt, erstreckt sich bis zum Praia da Falésia, gefolgt vom Praia Maria Luísa, auf drei Kilometern weichem Sand. Hier fällt es leicht, das Handtuch auszubreiten und Ruhe zu spüren. Und auch der Pool und die Sonnenliege sind eine Option. Um 18.00 Uhr steht die Uhr wieder still und alles beginnt von vorn. Es dauert nicht mehr lange, bis sich die Geschichte ändert: „Oh, oh, die Zeit läuft ab. Mein toller Urlaub fliegt nur so vorbei. Kann bitte jemand auf Stopp drücken!" 
GÖNNEN SIE SICH DIESES ERLEBNIS . .. IM HOTEL PORTOBAY FALÉSIA !! 
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