30 Mär 2015 4263
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#kultur

Lissabon in vollen Zügen!

Sollen wir einen Spaziergang auf der Straße der „Erinnerung" machen? Es ist unmöglich, die jahrhundertealte Geschichte der Stadt von der Grandiosität seiner Monumente zu trennen. Bei diesen können Sie noch Spuren vergangener Zeiten vorfinden, aus dem Zeitalter der Entdeckungen bis zum letzten König Portugals. Beginnen Sie Ihren Spaziergang in Sintra und lassen Sie sich vom alten Ruhm bis nach Mafra, Óbidos, Tomar und Fátima geleiten. Nehmen Sie diese Einladung zu einer Zeitreise an.

Fernand II. war nicht nur der Gemahl von Königin Maria II. von Portugal. Er war auch Regent, Erzieher seiner Kinder, ein Mann der Künste und der Literatur und eine treibende Kraft der portugiesischen Gesellschaft. Das Symbol seiner Zeit ist der Palácio da Pena, der gebieterisch auf der Spitze einer Anhöhe liegt. Der Palast gleicht einem Märchenschloss und ist eines der wichtigsten Wahrzeichen der portugiesischen Romantik.

Er ist ein Muss für alle, die Sintra besuchen, das weniger als eine Stunde von Lissabon entfernt ist und dessen Altstadt im 19. Jh. verharrt zu sein scheint. Das Zentrum beherrscht der Palácio da Vila, eine Mischung aus mittelalterlicher Architektur, Gotik, Manuelinismus, Renaissance und Romantik, das einst Königen und Prinzen Obdach bot. Belege für die Einzigartigkeit Sintras gibt es genug, z. B. das Castelo de Mouros oder der Palácio de Monserrate. Auf einer Tour durch die Stadt dürfen auch die Gärten und Nationalparks voller Romantik und Schönheit nicht fehlen.

In Sintra liegt auch der Palácio de Queluz, den viele für die portugiesische Version des Schlosses von Versailles halten. Und auch er ist dem Traum eines Königsgemahls, Pedro II, entsprungen. Im 18. Jh. im Stil des Rokokos und der Neoklassik erbaut, zählt er zu den schönsten Palästen Portugals. Ein Flügel des für Besucher geöffneten Gebäudes dient ausländischen Staatschefs bei ihrem Besuch in Portugal als Unterkunft.

Die zentrale Lage Lissabons und das gute Straßennetz machen die portugiesische Hauptstadt zum idealen Ausgangspunkt für zahlreiche Ausflüge zu nur ein, zwei Stunden entfernten Zielen. Es sind Reisen durch die Zeit, in andere Jahrhunderte, die nur ein Land wie Portugal mit seiner jahrtausendealten Kultur bieten kann. 

Lissabon von Norden nach Süden . ..

Nach der Fahrt über den Tejo auf der Brücke 25 de Abril erwarten uns Orte wie die Serra da Arrábida. Hier, an einem einmaligen Ort namens Portinho, fällt das Gebirge 500 Meter zum Meer hin ab, und bildet dabei ein kurioses Wechselspiel von Berg und Meer, das nur wenige Orten auf der Welt bieten.

Auf der anderen Seite des Tejo scheint der Tag endlos, wenn man den Praia do Meco, die Costa de Caparica oder das Städtchen Sesimbra mit seinen immer frischen Fischen und Meeresfrüchten besucht. Diese Orte sind der beste Beweis dafür, wie stark die Portugiesen mit dem Meer verbunden sind. Leckerbissen wie eine Suppe mit Taschenkrebsen oder ein kühles Bier sind quasi Pflicht.

Verlässt man Lissabon in Richtung Norden, stößt man auf einmalige Orte, z. B. die Kloster- und Palastanlage von Mafra. Der prunkvolle Bau aus der ersten Hälfte des 18. Jh. wurde von Johann V aufgrund eines Versprechens erbaut und mit den Reichtümern Brasiliens finanziert.

Noch weiter im Norden liegt das Städtchen Óbidos, hinter dessen Mauern sich der Zauber des Mittelalters verbirgt. Óbidos steht für Frauen. Sie war die Stadt der Königinnen, wo denen viele hier ihr Heiratsgut hatten. Eleonore von Portugal, die Frau Johann II, lebte hier einige Zeit. Die aus Sevilla stammende Malerin Josefa de Óbidos, die mit fünfzehn Jahren nach Portugal kam, zählt neben Artemisia Gentileschi zu den wichtigsten Vertreterinnen des weiblichen Barocks. Sie ist eines der besten Beispiele dafür, dass sich Frauen auch in einer von Männern dominierten Gesellschaft behaupten können. Ein Kirschlikör im Schokobecher ist hier das beliebteste Getränk und während des alljährlichen Schokoladen-Festivals beherrscht dieses braune Gold die Stadt und ihre Speisen.

Auch die Stadt Tomar mit ihrer Burg und dem Convento de Cristo liegen hier. Gegründet wurde die Stadt von den aus der Literatur wohlbekannten Tempelrittern. Von Tomar aus übte dieser Ritterorden seine Macht über das Land aus und trug zur Gründung Portugals bei. In der Nähe befindet sich das Heiligtum von Fátima, einer der größten Marien-Wallfahrtsorte der Welt. Der Bau des Heiligtums begann 1917, ausgelöst durch den Glauben an die Jungfrau Maria, die hier drei Hirtenkindern erschienen war. Ein Besuch in Fatima hat aber viel mehr als nur mit Religion zu tun. Er ist ein Beweis dafür, was der menschliche Glauben zu leisten vermag. 

Einfach unvergesslich

In Lissabon selbst ist eine Sache sicher: Egal wie oft man sie auch besucht, die historische Hauptstadt Lissabon lässt sich leicht erreichen und noch leichter erleben. Erleben heißt, sich zwischen Versen und Prosa zu bewegen, Teil von Romanen und Dramen, Reisen und Abenteuern zu werden. Es heißt, die Rua Almeida Garret hinaufzuschlendern und sich neben Fernando Pessoa zu setzen; neben dem Adamastor von Camões auf den Tejo-Fluss zu blicken; sich in eine der legendären Schänken zu setzen, von deren Wänden die Verse Natália Correias widerhallen. Es heißt, am Aussichtspunkt Graça zu verweilen und das zu spüren, was einst Sophia de Mello Breyner spürte.

Von der Höhe seiner sieben Hügel aus scheint Lissabon kleiner, vertrauter. Und von den Aussichtspunkten Santa Catarina, Portas do Sol, Jardim do Torel und 9 de Abril aus gesehen, beherrscht der majestätische Tejo die Landschaft. 
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