13 Aug 2018 1809
Fernanda Meneguetti Devorável
#kultur

São Paulo ist total angesagt

Die größte brasilianische Stadt pulsiert mit Leben und bietet ihren Besuchern großartige multikulturelle Räume.

São Paulo besitzt verschiedenste Museen, wie das Museum für Fußball, das Museum für Bild und Ton, das Museum für moderne Kunst oder das Museum für sakrale Kunst, renommierte Galerien mit hohem Ansehen in New York und Paris und viele andere Einrichtungen mit intensivem Programm. Das ist eine Facette der großen Stadt, die mit dem Theater, der Vergangenheit und der Gastronomie in Kontakt steht. Schließlich nennt sich dieser Mischmasch Kultur, nicht? São Paulo sagt ja und ist stolz darauf. Und was noch dazukommt: Die Stadt besitzt einzigartige Orte, die dieser interessanten Mischung ein Gesicht geben: 

Japan House

Nach London und Los Angeles ist das Japan House jetzt auch nach São Paulo gekommen. Das ist eigentlich ungerecht, denn in São Paulo befindet sich die größte japanische Niederlassung außerhalb Japans mit mehr als 1 Mio. Menschen. Doch Klugrederei beiseite. Das vom berühmten japanischen Architekten Kengo Kuma entworfene Haus besitzt eine Fläche von mehr als 2.500 m2, die über drei Stockwerke verteilt sind und unterschiedlich genutzt werden. Hier befinden sich Gartenanlagen, Ausstellungsbereiche, Vortragssäle, eine Bibliothek, ein Restaurant, eine Cafeteria sowie verschiedene Geschäfte.

Eigentlich ist der Komplex ein Projekt des japanischen Außenministeriums, um die internationale Gemeinschaft dazu zu bewegen, ein tieferes Verständnis für Japan zu entwickeln, einem Land, welches die modernen Tendenzen des 21. Jahrhunderts in einer so einzigartigen Form mit jahrtausendealten Traditionen verknüpft, ganz egal ob im Bereich der Kunst, im Bereich der Technologie oder im Bereich der Wirtschaft. 

Bis zum 30. September können Sie hier die Ausstellung Aromas e Sabores (Aromen und Geschmäcker) besuchen, die Ihnen in spielerischer Form die Vielfalt der Aromen und Geschmäcker der japanischen Kultur näherbringen wird. Sollte dieser Besuch Ihren Appetit wecken, sei an dieser Stelle erwähnt, dass sich im obersten Stockwerk des Japan House das Junji befindet, ein ungezwungenes Restaurant des preisgekrönten Sushikochs Jun Sakamoto. 

Japan House Av. Paulista, 52, Bela Vista, Tel. +55 11 3090-8900

Einwanderungsmuseum «Museu da Imigração»

Dieser Ausstellungsbereich war zwischen dem Ende des 19. Jahrhunderts und den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts ein Gasthaus, in welchem Familien verschiedener Nationalitäten zusammenlebten. Heute finden Sie dort aufregende Berichte, Objekte und Bilder der unzähligen Einwanderer, die nach ihrer Ankunft in São Paulo hier verweilten. Und die Ausstellungsstücke befinden sich hier aus gutem Grund! Sie sollen neue Begegnungen ermöglichen und neue Erfahrungen bieten. Deshalb werden hier auch immerzu neue Ausstellungen, Vorträge, Filmvorführungen und Workshops zu unterschiedlichsten Themen organisiert, wie beispielsweise Töpferei- oder Stickereikurse. Im wundervollen Innenhof treffen Sie auf Rasenflächen, einen Gemüsegarten, mehrere Bäume und eine gemütliche Cafeteria, die Cantina.

Dort serviert Ihnen Küchenchef Fellipe Zanuto, der bereits von Kindheit an Stammgast des Einwanderungsmuseums ist, verschieden zubereitete Kaffees und selbstgemachte Snacks, wie Plätzchen und herzhafte Pasteten. Zudem können Sie hier an Wochenenden und Feiertagen bei angenehmer Jazzmusik einen herrlichen Brunch genießen, bei welchem Köstlichkeiten wie selbstgebackenes Brot mit Ei, Linguiça-Wurst und Pilzen oder Hafer-Bananen-Waffeln mit roter Beerenmarmelade und Erdnussbutter aufgetischt werden.

Museu da Imigração R. Visc. de Parnaíba, 1316, Mooca, Tel. +55 11 2692-1866

Foto: Gabriel Cabral

Vista

Auf der obersten Etage eines der Vorzeigeprojekte des Architekten Oscar Niemeyer befindet sich das neue Restaurant Vista, welches seine Gäste mit einer unverfälschten brasilianischen Küche und einer atemberaubenden Aussicht über die Skyline von São Paulo willkommen heißt. Von hier aus können Sie Ihren Blick insbesondere über den großen Stadtgarten «Parque Ibirapuera» mit dem Obelisken, dem Biennale-Pavillon, dem als «Oca» bezeichneten Pavillon «Pavilhão Lucas Nogueira Garcez» sowie dem Konzerthaus «Auditório Ibirapuera» schweifen lassen. Das bedeutet also, dass ein Besuch des Vista nach einer Besichtigungstour der Museen, kulturellen Einrichtungen und Grünanlagen des bekanntesten Parks der Stadt mehr als gelegen kommt.

Hier, am höchsten Punkt des Museums für Moderne Kunst der Universität São Paulo (MAC-USP), bereitet Chefkoch Marcelo Corrêa Bastos hervorragende Gerichte für Sie zu, vom Kürbis in Tempura mit Mais und Chilisauce bis hin zur Pavlova mit Zitronencreme und Cambuci-Sorbet, vom Meeresfrüchterisotto bis hin zum knusprigen Spanferkel. Wie Sie sehen, hat, nachdem Sie Ihre Augen im MAC vor dem Besuch des Restaurants mit einer wundervollen Auswahl an Kunstwerken, wie Bildern von Di Cavalcanti und Picasso, verwöhnt haben, hier auch Ihr Magen, guten Grund zu feiern.

Und noch eine kleine Bemerkung am Rande: Auch wenn die Warteschlange lang ist, es besteht kein Grund zum Verzweifeln. In der Bar Obelisco nebenan können Sie einen (oder mehrere) wundervolle Cocktails des renommierten Barkeepers Zulu probieren. Einer der beliebtesten Drinks an der Theke ist der «Mangadinha» aus Gin, Mangopüree, Kardamom, Mineralwasser, Zitronensaft, Navelorangen und Dill. 

Vista Avenida Pedro Álvares Cabral, 1301, portão principal (Haupteingang), Ibirapuera, Tel. +55 11 5082-3067 

Kulturhaus «Instituto Moreira Salles»

2 Mio. Fotos, tausende Musikaufzeichnungen, darunter Aufzeichnungen brasilianischer Lieder aus den Anfängen der Tonaufnahme, sowie tonnenweise Drucke, Aquarelle, Zeichnungen und Texte in Form von Briefen, Gedichten und anderen Schriftstücken stellen die wichtigsten Elemente des umfangreichen Kunstarchivs des Instituto Moreira Salles (IMS) dar, welches vor Kurzem in ein modernes Gebäude an der Avenida Paulista übersiedelt ist. 

Das Kulturhaus ist jedoch nicht nur für seine umfangreiche Kunstsammlung hervorzuheben. Das IMS ist auch ein junges und pulsierendes Kulturzentrum für Filmvorführungen, nationale und internationale Ausstellungen, Shows, Workshops und... kulinarische Freuden. 

Sie sollten auf alle Fälle das Balaio im Erdgeschoss des Gebäudes besuchen. Auch wenn die Gerichte dieses Restaurants die Handschrift des preisgekrönten Küchenchefs Rodrigo Oliveira tragen, so unterscheiden Sie sich doch stark von seinen beiden anderen Lokalen im Norden São Paulos, Mocotó und Esquina Mocotó. Hier an der wichtigsten Verkehrsstraße der Stadt inspiriert sich Chef Rodrigo an Kochtraditionen des ganzen Landes und serviert innovative Vorspeisen, wie seine Gemüsepastete mit dem traditionellen Käse «Queijo da Serra da Canastra», und Hauptgerichte, wie die Maissuppe «Canjiquinha» mit Lamm und Feige oder die vegane Version des traditionellen Fischeintopfs «Moqueca» mit Cashewnüssen, die als Snack für mehrere Personen gedacht ist. Als süßen Abschluss sollten Sie hier den Pudding aus Maniokbrot probieren, eine perfekte Ergänzung zum herrlichen Filterkaffee.

Instituto Moreira Salles Av. Paulista, 2424, Bela Vista, Tel. +55 11 2842-9120


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