17 Jan 2020 863
Paulo Santos / Jornalista
#erfahrungen #tipps

Und das Meer dort ist so nah!

Zwei jahrhundertealte Häuser wurden zu einem zeitgemäßen Gebäude vereint. Das Ergebnis ist das in einer Schlucht über dem Meer gelegene Les Suites at The Cliff Bay, ein Hotel von PortoBay, bei dem nichts dem Zufall überlassen wurde

14:00 Uhr - Check-in

Am Eingang scheint es so, als würden wir uns auf den Besuch bei Freunden vorbereiten. Nachdem wir den über 100 Jahr alten Eingang durchschritten haben, erwartet uns ein gemütliches Wohnzimmer mit der Rezeption in einer Ecke. Es handelt sich um eines der Gebäude des Les Suites at The Cliff Bay mit öffentlichen Bereichen und zwei Suiten. Aber es ist vor allem der Zugang, der erste Kontakt.

Durch die Glastüren, die zu einem Balkon führen, scheint die Sonne herein. Auf dem Boden zeugen die schachbrettartig angeordneten Fliesen von einer anderen Zeit.

Man empfängt uns mit einem Lächeln und einem Glas Sekt, bevor es zur Suite 43 geht. Um dorthin zu gelangen, gehen wir nicht nach oben. Wir gehen nach unten. Das Les Suites ist ein Hotel, das mehr Platz gewonnen hat; ohne seine Ausmaße zu steigern, ohne in die Höhe zu wachsen. Ein scheinbares Paradox, das aber leicht zu verstehen ist, wenn man erkennt, dass ein Teil der Schlucht, in dem das Hotel liegt, für die Anlage ausgehoben wurde. Das Hotel fügt sich zu einem einzigen Ganzen zusammen, das die Landschaft zu umarmen scheint. 

Wie auch bei den anderen Suiten bietet Suite 43 große Räume und ein Spiel mit dem von außen einfallendem Licht. Die in sanften Tönen gehaltene Dekoration hat einen Hauch Klassik. Von dem braunen Ledersofa aus betrachte ich die friedliche Umgebung um mich herum. 

Im Wohnzimmer erwarten uns ein Korb mit Obst, Canapés und eine Flasche Sekt. Auch dies ist Teil der Begrüßung, denn vielleicht war die Reise lang und es ist wichtig, dass man den Aufenthalt sofort genießt.

Und es mangelt nicht an Details. Das Kingsize-Bett, das Ankleidezimmer, das große Bad mit Dusche und Badewanne, eine Beleuchtung in warmen Tönen und auch die Pflegeartikel von Bvlgary fehlen nicht.

14:30 Uhr – Entspannen und planen

Die Suite verfügt über einen kleinen privaten Garten, der mit den anderen Gärten des Hotels verbunden ist. Ich kann dem Liegestuhl nicht widerstehen und lege mich etwas in die Sonne. Zu meinen Füßen liegt das Meer, das hier wie die Bühne eines großen Theaters wirkt, bei dem die Bucht von Funchal die Kulisse bildet. Es ist Dezember, aber für einen Moment scheint es, als sei es August!

15:00 Uhr – Körperpflege

Ich beschließe, das Hotel zu erkunden. Der Gang führt zum Hotel The Cliff Bay, das das Les Suites ergänzt. Trotz der Möglichkeit dort einen Indoor-Pool oder eine Wellness-Behandlung zu genießen, kehre ins Les Suites zurück, wo ein Fitnessstudio auf mich wartet. Hier gibt es auch einen Pilatesraum und sogar einen Meditationsbereich.

15:30 Uhr – Weiter auf Erkundung

Eines der Aushängeschilder des Les Suites ist der Infinity-Pool, der wie die Fortsetzung des Ozeans wirkt. Daneben befindet sich der Whirlpool, der wie eine Loge mit Blick auf die Stadt fungiert und in dem ich eine Weile in der Wärme des sprudelnden Wassers verharre. 

Von hier aus betrachte ich die schönen Gärten und die Architektur des Hotels, wo jeder Teil seiner Zeit treu geblieben ist: Die beiden Häuser aus dem frühen 20. Jahrhundert sind durch ein zeitgemäßes Gebäude mit Sichtbeton, das diskret in die Landschaft eingefügt wurde, zu einem harmonischen Ganzen verbunden. 

17:00 Uhr – Nachmittagstee

Es ist Zeit für den Tee. Auch wenn es sich für viele vielleicht um eine Tradition handelt, die etwas aus der Zeit gefallen scheint, so ist sie für andere doch ein unverzichtbarer Teil ihres Alltags.

In diesem Fall erlaubt sie es auch, einen anderen Bereich des Hotels zu erkunden, der um die beiden alten Gebäude des Les Suites herum eingerichtet wurde. Hier befindet sich das Avista, das Restaurant, das fast „nie schläft": Man serviert Frühstück, Mittagessen, Abendessen, Getränke und natürlich auch den Nachmittagstee.

Der Tisch ist auf der Terrasse reserviert, die einem Garten gleicht. Weiter unten kann man das Rauschen der Wellen hören und in der kleinen Bucht fast den weißen Schaum des Meeres berühren.

Die Meeresbrise regt den Appetit an und ich verschlinge die Sandwiches und den Kuchen geradezu, während ich meinen Tee genieße. Unter dem großen Angebot habe ich mich für einen Tee mit dem suggestiven Namen Morning Star entschieden, eine Mischung aus Zitronengras, Minze und Hibiskus. 

Am Abend sinkt die Temperatur etwas. Ich nutze die Gelegenheit, um ein wenig fernzusehen und mich auf dem Laufenden zu halten. Hierbei genieße ich den Komfort einer angenehmen Decke aus Wolle von der Serra da Estrela, ein weiteres dieser kleinen Details, die den großen Unterschied bei diesem Hotel ausmachen.

20:00 Uhr – Cocktails

Währenddessen bricht die Nacht herein. Ich kehre ins Avista zurück, einem der zentralen Orte dieses Tages im Les Suites. Und wie in einem Theater hat sich auch hier die Szenerie verändert. Es scheint wie ein anderer Akt. Die Lichter unterstreichen die Konturen des Gartens. Eine Feuerschale zeichnet tanzende Schatten in die verschiedenen Winkel. Die Stimmen der speisenden Menschen, unterbrochen von vereinzeltem Lachen, sorgt für eine gemütliche Atmosphäre. Im Hintergrund hat sich auch die Szenerie in der Stadt verändert. Sie wird von den farbenfrohen Lichtern der Weihnachtszeit beherrscht, denn schließlich ist es Dezember und Madeira ist weltweit für seine Weihnachtsbeleuchtung bekannt.

Die Cocktails sind eine der Spezialitäten. Die Karte ist riesig und es fehlt nicht an Optionen. Ich entscheide mich für den Cucumber Basil Salad mit Gin, Gurke, Basilikum, Zitronensaft, Eiweiß und Zucker.

Danach folge ich einem ungewöhnlichen Vorschlag des Barkeepers Manuel Alves und stoße mit einem Madeira Ale an, einer Mischung aus Gingerale und Madeirawein.

21:00 Uhr – Abendessen

Ich hätte am selben Tisch bleiben können. Dann wäre das Abendessen dort, auf der Terrasse über dem Meer serviert worden. Es ist eines der Merkmale des Avista, dass es zwar für jedes Konzept separate Bereiche gibt, das Restaurant aber in der Lage ist, seinen Service ganz auf den Kunden abzustellen. So kann man die asiatische Küche im mediterranen Bereich oder die mediterrane Küche auf der Terrasse oder in den Räumen, die der asiatischen Küche gewidmet sind, genießen.

Obwohl es mir leid tut, dass ich so die japanischen Spezialitäten von Chefköchin Luísa Castro nicht probieren kann, entscheide ich mich beim Abendessen für die mediterrane Variante des Teams von Chefkoch João Luz: Kalmare, Jakobsmuscheln, ein Stück Rinderkamm ... ein Abendessen, zu dem die von Sommelier Roberto Drummond ausgewählten Weine gereicht werden.

Der Josper-Grill ist die Basis der gastronomischen Kreationen. Er hilft dabei, den Geschmack der Lebensmittel zu konservieren, egal ob es sich um den immer frischen Fisch vom Markt oder die Fleischgerichte handelt.

08:30 Uhr – Aufwachen

Im Les Suite morgens lange auszuschlafen ist selbst im Urlaub eine Verschwendung. Es lohnt sich, die Vorhänge zu öffnen und die Sonne hereinzulassen, die schnell am Horizont hinter der Silhouette der Berge erscheint. Das winterliche Licht strahlt in einem intensiven Goldton und lädt zur Besinnlichkeit ein.

Dann das Frühstück mit den zahlreichen À-la-carte-Optionen und dem vielseitigen Büfett. Das Ziel ist wieder das Avista, das sich – buchstäblich über Nacht – erneut verwandelt hat.

09:30 Uhr – Aufbruch

Der Aufenthalt ist fast vorbei, aber noch sind ein paar Stunden übrig. Die Wärme lädt zu einem Bad ein. Ich gehe durch den Garten und betrete das The Cliff Bay. Ich fahre zum Meer hinunter, das fast ohne Wellen ist. Es scheint wie ein See! Ich gehe, ohne zu zögern, hinein ... ein Bad, das sogar die Seele reinigt.

Vor dem Check-out um 12:00 Uhr und der Sehnsucht, die einen immer wieder zurückbringt, fehlt noch das Pünktchen auf dem i. Ich beschließe, zurück ins Les Suites und zu dem beheizten Infinity-Pool zu gehen. Es gibt nichts zwischen mir und dem Horizont, nur das glitzernde Meer, die Bucht von Funchal, die verlassenen Inseln ...

Ich lehne mich über den Rand des Pools und bewundere den Atlantik zu meinen Füßen. Mir fällt immer wieder ein, dass es Dezember ist und ich denke: Das ist das wahre Leben!
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